Mittwoch, 15. August 2007

Ahhhhhhohhhhh!

Nach langem Ausschlafen und einem Frühstück auf dem Zimmer, große Obstplatte mit Jogurth und selbgemachtem Bananenmuffin...hmmm. Kostet aber 15 Dollar und 2 Dollar extra für's auf's Zimmer bringen. Der Eindruck, dass hier alles extra kostet setzte sich fort, als wir am Stop des kostenlosen Shuttle-Busses in die Innenstadt, den "Strip", warteten. Der kam nämlich nicht. Stattdessen kam ein Touribus im Stile eines Cable Cars -vermute ich- und der kostet schlappe 5 Dollar für zwei Personen.

Am nächsten Stop steigt eine Horde betrunkener Typen ein, die bei "Girls just wanna have fun" total ausflippen, weil das ihr Lieblingslied ist, wie wir unfreiwillig erfahren müssen. Was sagt man dazu? Erstes Mal sprachlos.

Der Bus hält am Mandalay Bay einem riesen Hotelkomplex, aussen ganz golden (verspiegelte) Fenster, innen einem Maharadsha-Palast nachempfunden. Weite Hallen mit glitzernden Lampen, exotischen Pflanzen, automatischen Fächern an der Decke, klimaanlagenkühle 15 °C. Schön, denn draussen hat es gefühlte 55 °C. Wir hatten im Reiseführer, den wir nicht dabei hatten, gelesen es soll in einem dieser Monsterhotels eine Rezeption geben, hinter der ein Haiaquarium ist. Das wollten wir sehen, allerdings führten die Schilder hier zu einem Fischzoo, zufällig auch das "Sharf Reef", für den man 16 Dollar Eintritt hätte zahlen müssen, also haben wir's gelassen.

Unsere nächste Station war der "Gun Shop". Dort, so sagten die Werbanzeigen kann man mit allen möglichen Waffen rumballern, man muss 10 Dollar Leihgebühr zahlen und die Munition, die man verschießt. Hui. Inklusive Maschinengewehr. Naja. Wir sind bescheiden und entscheiden uns für die Handfeuerwaffen. Ich habe eine 9 mm, mit "small bang" und man darf sich ein Zielscheibe aussuchen. Man kriegt eine Chemiebrille und hübsche blaue Ohrschützer - wie soll ich jetzt den Instruktionen des Experten folgen? Dann dürfen wir in den Anfängerverschlag, der nette Herr mit dem kleinen Bierbauch erklärt wie man die Waffe lädt und los geht's: bchuwbchuwbchuw!!!


(bchuw-bchuw-bchuw!)

Nebenan entleert ein junger Mann mehrere Maschinengewehrsalven auf das Conterfei von Osama. Genug Adrinalin für heute. Und das beste wir müssten keinen Pass oder sonstwas zeigen! Zweites Mal sprachlos. Mit dem Bus geht's zurück an den Strip. Am Grand MGM vorbei, mit einem riesigen goldenen Löwen vor dem Hoteltower. Gegenüber das Excalibur eine krellbunte Neuschwanstein-Disneyland-Hotelkonstruktion.


(das Excalibur)

Auf der anderen Seite der Kreuzung das New York, New York - da haben sie die Freiheitsstatue, ein paar Schiffchen und einige Strassenfronten von New York nachgebildet. Das ganze ist mit einem Rollercoaster abgerundet. Wir bewundern die Aussicht vom Food Court gegenüber, bei leckeren Panda Express China-Fast-Food. Das 3. Mal kopfschüttelnd sprachlos.

Weitergeht's zum Bellagio, das eine Nachbildung des Comer Sees zeigt. Jede halbe Stunde gibt's dort Wasserspiele. Super kitschig: passend auf den Song "I'm proud to be an Amercian" abgestimmt. Mir platzt fast der Kopf - mit offenem Mund zum 4. Mal sprachlos. Als nächstes schlagen wir uns die Shopping Meilen...alles überdacht und klimatisiert, versteht sich! Man findet zwar gut rein, aber schlecht wieder raus: so irren wir durch die Mystic Mile bis wir auf einmal auf einem orientalischen Basar unter freiem Himmel stehen, in der Abenddämmerung. Reizüberflutung!!! OOOOOOOOOh. Ok. Das ist eine riesen Kuppel, die nur so aussieht als wär's Himmel. Der Steinboden ist aus Plastik genauso, wie die orientalischen Häuschen. Hier gibt's paradoxer auch Strassencaffees zum draussen sitzen, halt drinnen.


(drinnen Draussen-sitzen, super!)

Das war echt der Gipfel an staunen. Alles andere war so ähnlich, die anderen Shopping Meilen, in Hotels varrieren in ihren Läden, und im Grundthema (Caesar's Palace ist mehr antik-italienisch-griechisch-whatever) und in der Preisklasse der angebotenen Waren. So staunten wir nicht schlecht, als wir für zwei Becher Eis plötzlich 27 Dollar hinblättern musten - doch noch mal gestaunt! Es war aber echt lecker, das Eis.

Im Dunkel glitzert und blinkt dann alles, aber mein Kopf war voll und ich musste nach Hause! Akute Augenübereizung. Krasse Stadt. Punkt.

Dienstag, 14. August 2007

So und jetzt Las Vegas!

Eine Tagesreise von Montpellier entfernt liegt Las Vegas. Schon beim Verlassen des Wagen fällt uns auf, dass es hier sauheiß ist. Wir sind im Southpoint abgestiegen. Im Vergleich zu anderen Hotel in der gleichen Preisklasse luxuriös!

Dieses Hotel verfügt über Internet (deshalb auch der Blog-update-Marathon), ein Casino, einen Pool, einen Fitnessraum, Spa, PayTV, große Zimme, mehrere Restaurants, einen Parkservice, sehr bequeme Betten, Zimmerservice...

Ja, der Waaahnsinn. Ich nehme gleich ein Bad und will André auf die tollen Terakotta Fliesen im Bad aufmerksam machen (das normale Bad besteht aus einer Plastikverschaltung im Duschbereich), als ich feststelle das sind echte Terakottafliesen-Plastikimitate!

Auch beim abendlichen Spaziergang wundern wir uns über den gepflegten Rasen - "komm wir nehmen den Weg (nicht über die Wiese latschen)" - der sich nach kurzem auch als künstlich herausstellt. Ooooh!

Na, jetzt will ich aber los und Vegas sehen! Bis später!

Die spinnen, die Franzosen!

Auf dem Weg südwärts nach Montpellier haben wir im Yellowstone noch ein paar weitere Geysirbecken und heiße Quellen mitgenommen, von denen ich noch den Grand Prismatic Spring bemerkenswert finde. Dieser riesige Pool ist leuchtend-türkisblau und von bunten Bakterienmatten umgeben, in rot, braun und gelb. Sieht wahnsinnig toll und unecht aus!


(da müsst ihr einfach hin!)

Von Südausgang des Yellowstoneparks kommt man schon nach wenigen Meilen in den Grand Teton National Park, der Name stammt von französisch-sprachigen Pionieren. Er bedeutet sowas wie große Nippel oder Brüste oder so. Seeehr erwachsen. Die müssen's echt nötig gehabt haben!


(Hallo?! Schon mal ne nackte Frau gesehen?! Der Grand Teton Nat. Park.)

Im Zuge der Gleichberechtigung werde ich mir vorbehalten den Brice Canyon in Pimmelcanyon umzubenennen.

Nach einer sehr entspannenden Pause am Lake Jenny machten wir uns auf zum Motel 8 in Montpellier. Sehr schön, dieses Motel möchte ich ausdrücklich empfehlen. Der nette Herr an der Rezeption hat direkt seine Deutschkenntnisse an uns getestet (ich checke das immer nicht, wie peinlich) und uns ein nettes 11 jähriges, amerikanisches Mädchen, das ebenfalls in der Theke wartete, als Tochter angehängte. Ja, sie spricht wirklich gutes Englisch! Nach Sonnenuntergang durften wir auch noch ein Gewitter bewundern, inklusive Stromausfall. Wichtig: elektronische Schließanlagen lassen sich dann nicht mehr öffnen! Also nicht aus dem Zimmer ausschließen - und in Amerika dauert's manchmal länger bis der Strom wieder da ist.

Der Yellowstone 2

Am Tag 2 sind wir Richtung Canyon Village, mit einem kleinen Zwischenstop an den Artist's Paintpots. Einigen heißen Matschquellen - super!


(die Farbtöpfe der Künstler)

Von einer Picknick Area machen wir uns schließlich entlang des Yellowstone Rivers auf. Wir möchten den Südrand des Canyons erwandern bis zum Artist Point, einem besonders schönen Aussichtspunkt über den Canyon. Wir freuen uns schon weil die Strasse zum Artist Point geschlossen ist, so dass wohl kaum einer dort sein wird. Und heute ist Sonntag! Es ist wirklich viel los!

Der Weg führt uns vorbei an einer der ältesten Brücken im Park, an den Upper Falls und den Lower Falls. Überraschenderweise für uns sind die Lower Falls viel spektakärer als die Upper Falls. Wohl auch weil es dort den Uncle Tom's Trail gibt, der über 328 Stufen den Hang hinabführt. Ein bißchen gruselig, aber lang nicht so gruselig wie in den ersten Tag dieses Abstiegs, als Uncle Tom Richardson 1898 eine Konstruktion aus Leitern und Seilen am Fels anbrachte. Die Aussicht ist aber einmalig!


(Lower Falls)

Leider müssen wir hier auch feststellen, dass der Weg entlang des Canyons auch gesperrt ist und wir müssen umkehren. Natürlich nicht ohne noch ein paar Blicke in den Canyon geworfen zu haben. Dieser Canyon ist übrigens der Namensgeber des Parks: die ersten Pioniere haben die Indianer gefragt, wie sie dieses Land nennen. Die Indianer haben auf die gelben Felsen gezeigt und haben "Mesetutse" gesagt und die Pioniere sagten: "Ah! Yellowstone!". So war das damals.


(Metsetutse - klar!)

Durch die verkürzte Wanderung hatten Zeit übrig, die wir in die Beobachtung der Wildtiere stecken wollte. Auf dem Pelikan Creek Trail waren weder Bären noch Pelikane zu sehen, nur Gänse. Pfff. Den Rest des Spätnachmittags verbrachten wir im Wohnzimmer der Bisonherde. Die Tiere haben gefressen, wiedergekäut und gedöst. Manchmal haben sie sich auch eingestaubt. Was man halt so macht vor dem Fernseher.


(wenn das nicht Wilder Westen ist...)

Montag, 13. August 2007

Der Yellowstone

Der Yellowstone ist super!
Man kann da einen ganzen Haufen Dinge aufeinmal machen, in erster Linie wird man natürlich die aussergewöhnlichen geothermalen Features ankucken, aber man auch jede Menge wilder Tiere beobachten und einfach nur die Natur und Gegend geniessen. Und das Allerbeste ist, wenn man nur eine halbe Meile von den Strassen weggeht, hat man den Park auch noch für sich alleine.

Jetzt ma von vorn. Wir hatten zwei volle Tage im Park und zwei Halbe. Wie gesagt am ersten Abend hatten wir die Nordschleife abgehakt, unterschlagen habe ich allerdings die Mammoth Hot Springs. Dort ergießt sich heißes Wasser über Silica-Terassen Richtung Tal. Sie bilden sich weil im heißen Wasser gelöste Silica beim Abkühlen des Wassers ausfällt und sich ablagert. Sobald das Wasser auf 93°C abgekühlt ist, fühlen sich hier auch thermophile Bakterien wohl. Anhand ihrer Farbe kann man grob die Wassertemperatur abschätzen: bis 60°C sind sie rot und zwischen 60°C und 50°C sind sie grün. Ist doch stark! Ich sollte ein paar für wissenschaftliche Experimente klauen!


(die Terassen vor dem Sonnenuntergang)

An unserem ersten vollen Tag haben wir uns zunächst den Old Faithful vorgenommen, es war ein Freitag und wir waren früh unterwegs, so dass kaum Leute da waren. Der Old Faithful ist ein Geysir, der sehr regelmäßig, alle 90 min, eine mehrere 10 m hohe Wasserfontaine in den Himmel schickt und zudem gut mit dem Auto zu erreichen ist. Um den riesigen Parkplatz herum gibt es alles was das Herz begehrt: einen Supermarkt, Toiletten, einen Souvenirshop, Restaurants und auch eine kleine Rangerstation. Um die (kurze) Wartezeit bis zum Ausbruch zu überbrücken, haben wir uns bei dem netten Ranger mit der runden Brille erkundigt welche Wanderungen er empfiehlt und haben uns aufgrund seiner Aussage und unseren vorherigen Recherchen für eine Wanderung zum Lone Star Geysir entschieden.

Dann um 10:21 Uhr war es soweit der Old Faithful spuckt. Aber nur ein bißchen und die Zuschauertribünen sind zu weit weg. André und beschreiben die Eruption folgendermassen: mach ma ein typisches Geräusch für den Old Faithful *pfütpfütpfütpffffüt*. Etwas enttäuscht begeben wir uns zu dem Kepler Falls Parkplatz und schlagen uns in die Büsche. Der Weg führt uns entlang einer in den 70ern stillgelegten Strasse, ganz idyllisch am Firehole River gelegen. Mir ist ein bißchen mulmig denn die Gegend ist eine in der auch Bären aktiv sind und der Rat der Ranger Lärm zu machen überzeugt mich nicht sonderlich. Oder was würdet ihr machen wenn ihr gerade hungrig durch den Wald lauft und dann kommt einem eine Horde singender schoko-Eistüten vorbei? Ihr denk euch doch lieber schnell verputzen bevor's schlecht wird.

Schließlich kamen wir gerade am Lone Star Geysir an - wo is'n eigentlich der Batman Geysir? - als der vor sich hinspuckte. Ohhhh. Mist. Es gibt da aber ein kleines Buch, in dem man aufschreiben kann, wann man einen Ausbruch beobachtet hat und anhand dessen man den nächsten abschätzen kann. Wir kam zu dem Schluß, dass das innerhalb der nächsten halben Stunde passieren sollte. Es saßen auch noch andere Leute rum und deshalb haben wir kurz gewartet und dann ging's los: das war wenigstens ein Geysir, ganz schön beeindruckend was der an Wasser ausgespuckt hat!


(der Lone Star Geysir)

Auf unserem Weg Richtung Süden zum West Thumb wurden wir Zeuge einer riesigen Rauchwolke, als wir andere Touristen ansprachen, die ein Fernglas hatten stellte sich heraus, dass es kein Kalderaaufbruch war, sondern ein Waldbrand in Folge von Blitzeinschlag. Die jetztige Politik der Parkleitung ist, natürliche Feuer brennen zu lassen. Dies ist eine Folge des katastrophalen Waldbrandes im Jahr 1988, der fast ein Drittel des Parks vernichtete. Das Problem zuvor war, das Brände immer gelöscht wurden, so dass sich immer mehr brennbarer Pflanzenmüll ansammeln konnte und zudem konnten keine neuen Bäume wachsen, weil ihnen das Licht fehlte. Man hatte zwar ein paar Jahre vor dem großen Brand das Problem erkannt, nur zu spät. 88 wälzte sich eine etwa 100 m hohe Feuerwand durch den Park, die dann erst durch den ersten Schnee im September gelöscht wurde. Man kann immernoch die abgebrannten und nachgewachsenen Stellen sehen.


(vorne alter Waldbrand, hinten neuer)

Am West Thumb schließlich kann man eine Reihe heißer Quellen bewundern. So wie ich das verstanden habe, steigt das erhitze Regen/Tauwasser durch Kanäle im Gestein auf und je nachdem ob Schwefel im Gestein vorhanden ist ist oder nicht entscheidet sich ob's ein Matschvulkan (coooooool!) oder eine heiße Quelle wird. Wenn Schwefel da ist, dann zerlegen Bakterien ihn zu Schwefelsäure, die wiederum das Gestein auflöst und so einen Matschvulkan bildet. Ohne Schwefel nur heiße Quelle, ist sie blau, dann können keine Bakterien drin wachsen, weil sie zu heiß ist.


(West Thumb mit Bilck auf den Yellowston Lake)

Samstag, 11. August 2007

Auf zum Yellowstone

Von Sheridan aus machten wir uns nach einem klimaanlagen-unterkühlten Frühstück auf den Weg zum Yellowstone Nationalpark. Entlang der US 14 immer westwärts führt uns die Route zunächst wieder auf einen Scienic Byway, mitten durch die Big Horn Moutains. Sehr nette Berge, auf jedem Aussichtspunkt treffen wir zwei ältere Damen. Zuerst grüßt man sich höflich und mit jedem Stop enthusiatischer. Nebenbei auch toll, wenn man die Berge hoch fährt, kann man paralell geschichtete Gesteinsablagerungen bewundern, die nach oben immer älter werden. Das Gebirge als solches hat sich vor 60 Millionen Jahren geformt, wobei eine Schicht 3 Milliarden Jahre alter Felsen sich nach oben gestülpt hat. Alles klar? Schließlich kreuzt unser Weg Cody, die westernmäßigste Westernstadt im wilden Westen: die Stadt von Buffalo Bill. (Yeeeeehaaa!) Schon als 1901 die Stadt gegründet wurde, wurde mit Buffalo Bill allerlei Reibach gemacht: es gab eine Eisenbahn dorthin und Befürworter eines Dammprojekts wurden angelockt.

Heute ist das auch nicht viel anders: ein Cowboyhut-, Cowboystiefel-, Rodeoticket-, Buffalo-Grill-Laden neben dem anderen. In der Mitte das Irma Hotel, nach Buffalo Bills Tochter Irma benannt. Die aus Frankreich importierte Kirschholzbar im Hotel war zu Codys Zeiten teurer als das ganze Hotel.


(Yeeeeehaaaa!)

Wir nutzen die Gelegheit unsere Vorräte aufzufüllen, bevor das Shoshonen-Gebiet bereisen und entdecken gleich hinter dem Supermarkt Parkplatz einen Espresso-Drive-Trough! Sobald die Verbindung schneller ist stelle ich euch das Beweisfoto rein! Amazing!


(Drive-trough-Espresso)

Am späten Nachmittag erreichen wir den Yellowstone National Park. Wir entscheiden uns trotz der Baustelle für die Nordschleife durch den Park. Der ganze Yellowstone ist ein vulkanischer Hotspot. Unter diesem Gebiet befindet sich eine riesige Magmablase, etwa in 13 km Tiefe. Vor 640000 Jahren ist diese Magmablase das letzte Mal explodiert. Dies hatte zur Folge, dass ein Teil des Gebirges weggesprengt wurde. Ein riesiger Krater blieb zurück. Dieser füllte sich anschießlich mit Lava. Der Yellowstone Lake entstand. Und der allein ist schon riesig! Inzwischen hat sich wieder eine Lavablase gebildet, die den Boden anhebt.

Im Gebiet um den Mud Volcano (genauere Beschreibung folgt) herum sehen wir unseren ersten Bison. Als Herde. D.h. zuerst sehen wir einen Haufen rote Bremsleuchten. Die Besucher des Parks sind zu 99.9% motorisiert und sie treten einfach auf die Bremse, wenn sie was sehen, was sie interessiert. Die Autos stehen dann auf der Strasse und blockieren einfach alles. Entsprechend einfach ist es, Tiere am Strassenrand zu bemerken. Speziell wenn sie so groß sind wie Bisons. Wir fahren weiter bis zum Tower Fall - einem leider nicht sonderlich imposanten Wasserfall. Der nächste Stop ist ein versteinerter Baum, der vor 50 Mill. Jahren ein Opfer des Ascheregens von massiven Vukanausbrüchen wurde. Wir dagegen wurden Opfer einer Alkoholkontrolle am Parkausgang.

Nach Anbruch der Dunkelheit erreichen wir müde unser Hotel, das Best Western Desert Inn. Die Zimmer sind super groß, schon sauber und gut eingerichtet. Schön. Wir können bis Sonntag bleiben und den Park erkunden. Leider ist nur die Internetverbindung etwa langsam, deswegen nur Text und keine Bilder.

Donnerstag, 9. August 2007

Roadtrip durch Prairie Wyoming

Jeeeehaaa! Gestern haben wir eine Mammuttour hinter aus gebracht: 800 km durch die Prairie von Wyoming.

Zunächst begann der Tag mit einem Continental Frrühstück, d.h. Muffins und buntes Musli - das schmeckt exakt so wie es aussieht.


(hmmmmm, Continental Breakfast)

Vor der großen Tour sind wir kurz nach Steamboat Spings Downtown und haben uns darauf geeinigt, dass das Städtchen ganz niedlich ist. Wir haben zwei niedliche Bücherladen besucht, einen Cowboy Supply Laden (ich denke, die haben gar nicht gemerkt, dass wir Touristen sind ;)). Ich brauch noch ein bißchen, bis ich mir nen Hut kaufe und Mustag reite...trotzdem jeeeeeehaaaaa!

Schließlich haben wir unserem Ford Fusion die Sporen gegeben und haben Richtung Norden das Nest Walden (in dem gibt es ein paar ganz nette Motels, falls ihr mal in die Gegend kommt) passiert. Unser Ziel war zunächst Laramie, da wir von dort die 130 Richtung Westen nehmen wollten, ebenfalls ein Scienic Byway, der durch die Snowy Range, also quer durch die Medicine Bow Mountains, führt. Zunächst führt uns der Weg aber durch trockenes, flaches Prairie Land, das sich bis zum Horizont erstreckt. Das Land ist offenbar in fester Hand von Ranchern, dem entsprechend sieht man ab-und-zu grasende Rinderherden. Zwischen durch kann man auch die hier ansässigen Antilopen sehen. Laramie beheimatet eine Universität, die sich offenbar auf Viehzucht spezialisiert hat. Wir fragen uns wiederholt, was man wohl so macht, wenn auf so einer Ranche wohnt?

Die Snowy Range Road führt uns wieder ins Gebirge, man kann bunte Wildblumenwiesen, safte Wälde und oberhalb der Baumgrenze wieder die Tundra-Vegetation oberhalb der Baumgrenze. Wir gönnen uns eine kurze Pause am Libby Flat Observation Point, von dem man an klaren Tagen sogar die Rockies sehen kann - wenn wir nur wüßten, wo wir hinkucken müssen! Tolle Aussicht! Viel Wind! Huiiii.

Wir gönnen uns eine kurze Picknick Pause am Lake Mary. Wahnsinnsaussicht! Dort gibt es ein paar Angler und Leute, die ihren Hund gassie-führen. Und ein überdrehter Typ, der alles "amazing" findet. Berg: amazing. Wasser:amazing. Stein: amazing. Stimmt.


(neidisch?)

Weiter geht's Richtung Norden, hinter den Bergen wieder alles trocken. Dorres Gras, gelb, durchsetzt mit kakifarbenen niedrigen Büschen. Wo geht man hier eigentlich auf's Klo? Ab-und-zu gibt es interessante Felsformationen und verschiedenfarbige Erde. Hier wohnt jetzt anscheinend auch gar keiner mehr. Kein Wunder, wir haben geschätzt, dass Wyoming etwa so groß ist, wie Deutschland, aber eine Bevölkerung von etwa 500000. Die nächste "große" Stadt ist Casper mit 50000 Einwohnern. Das kommt sogar uns inzwischen groß vor...naaaaa. Nee.

Irgendwann werden wir auf der Strasse von einem Typen angehalten, der sich bei näherem Hinhinsehen als Cowboy entpuppt. Ein zweiter am Pferd fängt offenabr ein anderes Pferd ein, dass über die Strasse ausgebüchst ist. Jeeeeehaaaa! Wir winken nett, dazu passt leider nicht, Photos zu schießen, deswegen gibt's davon keins.

Der Cowboy-Mythos übrigens ist dem Buch "The Virginian" entliehen, das schon 1902 erschien und ein ziemlicher Besteller in den USA ist (vielleicht ja so beliebt, wie bei uns "Herr der Fliegen" - will keiner lesen, man wird aber in der 9. Klasse dazu gezwungen?). Jedenfalls haben sich dann die Herren John Wayne und Hopalong Cassidy des dort beschiebenen Archetypen des Cowboys verschrieben. Jeeeeehaaaa! Tatsächlich waren die Cowboys, wie der Lonley Planet schreibt, eher arme Schweine. Sie waren die Angestellten von den fiesen kapitalistischen Cattle Baronen, die dummerweise sehr viel politischen Einfluß hatten. Und z.T. heute noch haben.


(Prairie: was macht man bloß in so'ne Gegend?)

Schließlich erreichen wir Sheridan, wo wir im Best Value Inn absteigen und unserem müden Ford Focus ein bißchen Heu und Wasser gönnen, wärend wir uns am Lagerfeuer eine Dose Bohnen und Kaffe heiß machen. Schließlich rollen wir unsere Decken aus und betten unseren Kopf auf die Sattel und träumen diesmal jetlaglos, ich jedenfalls.